Forlitz-Blaukirchen ist seit der Gemeindegebietsreform vom 1. Juli 1972 ein Ortsteil der Gemeinde Südbrookmerland im Landkreis Aurich in Ostfriesland und besteht aus den Dörfern Forlitz und Blaukirchen. Der kleine Ort hat ungefähr 200 Einwohner. Ortsvorsteher ist Manfred Keil (SPD). Forlitz-Blaukirchen liegt in unmittelbarer Nähe zum Großen Meer, der mit über 450 ha und etwa 90 cm Wassertiefe größte Binnensee Ostfrieslands.
Geschichte
Im Jahre 1819 ließ sich ein Krüger in Blaukirchen nieder. Für Viehhändler aus Emden und Aurich sowie für die Fischer vom Großen Meer war das Haus ein beliebter Treffpunkt. Die Moorkolonisten aus den benachbarten Moorsiedlungen legten hier eine Rast ein und fütterten die Pferde.
Die niedrige Lage des Gebietes stellte die Menschen vor große Probleme. Während anhaltenden Regens wurden die Wege oft vom Wasser des Großen Meeres überflutet und unpassierbar. Auf den Ländereien verdarben die Früchte und das Getreide. Das Amt Aurich berichtete der Landdrostei im Jahre 1851, dass die Ortschaften Bedekaspel, Forlitz-Blaukirchen und Moorhusen so tief liegen würden, dass im Winter die einzelnen Häuser wie Inseln im Wasser standen.
Von den verstreut liegenden Häusern in Blaukirchen aus war bei hohem Wasserstand der Weg zur Kirche nur mit einem Kahn zu bewältigen. Hier war nach Meinung der Behörden Abhilfe nicht möglich. Seit Menschengedenken war man dort auf dieses Transportmittel angewiesen gewesen, und so sollte es auch zukünftig bleiben.
Mit der Zeit wurden die Wolden immer mehr entwässert, bearbeitet und verbessert. Aufgrund der technischen Möglichkeiten in jüngerer Zeit gibt es dort jetzt keine Überschwemmungen mehr. Das Landschaftsbild wird jedoch nach wie vor von einzelnen Hofstellen, weiten Weideflächen und Wiesenlandschaften, Kanälen und natürlich vom Großen Meer geprägt.
ehemalige Kirche Blaukirchen
Früher hatten sowohl Forlitz als auch Blaukirchen je eine eigene Kirche. Die Kirche von Blaukirchen stand früher dicht am Ostufer des Großen Meeres. Sie wurde 1633 erbaut und stand dicht am Ostufer des Großen Meeres auf der Höhe des jetzigen Blaukirchener Friedhofs. In der Weihnachtsflut 1717 diente die sehr hoch gelegene Kirche in Blaukirchen den durch das Wasser vertriebenen Einwohnern als Zufluchtsort. 1946 musste die Kirche abgerissen werden. Der Kirchhof blieb erhalten. Von ihrem blauen Dach erhielt der Ort Südwolde seinen Namen Blaukirchen, der bereits Anfang des 18. Jahrhunderts unter der Bevölkerung gebräuchlich war. Wahrscheinlich hatte die Kirche ein Schieferdach, das bläulich schimmerte. Bis in die jüngste Zeit werden beim Ausheben von Gräbern auf dem Friedhof in Blaukirchen Reste von Schieferplatten gefunden.
Blaukirchen vereinigte sich 1719 mit der Gemeinde Forlitz.
Die ev. - luth. Kirche

Die große Weihnachtsflut 1717 hatte auch auf die Kirchengemeinden von Forlitz und Blaukirchen schlimme Auswirkungen und große finanzielle Belastungen zur Folge. 1719 wurde beschlossen, zukünftig nur einen Prediger gemeinsam zu wählen und zu besolden. Dieser hatte an Sonn- und Feiertagen abwechselnd in Forlitz und in Blaukirchen zu predigen. Kirchen- und Armenvermögen blieben jedoch auch weiterhin getrennt.
Der schlechte Bauzustand der Forlitzer Kirche und hohe Beitragslasten der Niederemsischen Deichacht führten nach der Sturmflut von 1825 zu dem Entschluss der Forlitzer, einen Antrag auf Umpfarrung in das benachbarte Kirchspiel Blaukirchen zu stellen. Nach langwierigen Verhandlungen stimmten die Blaukirchener schließlich zu. Beide Gemeinden vereinigten sich im August 1844 zu einem Kirchspiel. Ab diesem Zeitpunkt bemühte man sich um den Bau einer neuen, gemeinsamen Kirche.
1847 begann man mit dem Bau der neuen Kirche im Mittelpunkt des Gebietes von Forlitz-Blaukirchen - unter anderem mit Baumaterialien der beiden abgebrochenen alten Kirchen und Kirchtürme.
Quellen: www.wikipedia.de - www.genealogie-forum.de -



















