Höflichkeit und Anstand!
(oder was Hänschen nicht lernt, lernt Hans… - hoffentlich irgendwann.)
Gutes Benehmen und Höflichkeit sollten Grundpfeiler eines guten Umgangs in der Gesellschaft und im Öffentlichen Leben sein.
Dass diese Grundpfeiler nicht immer vorhanden sind, musste ich leider zur Kenntnis nehmen. Einer meiner Ratskollegen nahm in einem Presseartikel Stellung zu einem Gemeinderatsbeschluss, bezüglich eines Bebauungsplanes, an der ich aber nicht teilnehmen konnte.
Daraufhin wurde ich von ihm, in seiner Gegendarstellung, die ja durchaus legitim war, als "Marionette meiner Fraktion" bezeichnet.
Hierüber war ich sehr enttäuscht und ich habe es als Verunglimpfung meiner Person empfunden.
Nach einigem Hin und Her in der Presse schreibt eben dieser Ratskollege, in einem Presseartikel, dass der persönliche Umgang im Rat untereinander sehr negativ sei und sich etwas ändern müsse. Ich frage mich: Woher nur dieser Sinneswandel, den ich natürlich sehr begrüße. Wir sollten uns für unsere Jugendlichen schämen, meint er in dem Artikel. Wie Recht er doch hat! Offenbar hatte er diese Erkenntnis noch nicht, als er mich als "Marionette der Fraktion" bezeichnete?
Kinder lernen gutes Benehmen von ihren Eltern. Somit ist es nichts außergewöhnliches, das auch Eltern ihren Kindern in bestimmten Situationen um Entschuldigung zu bitten haben. Ich musste das auch schon bei meinen Kindern praktizieren. Eine solche Entschuldigung, gerade bei den Kindern, fiel mir nicht immer leicht, aber nachher fühlte ich mich einfach besser.
Gutes Benehmen erkennt man daran, dass jemand in der Lage ist, auf andere Menschen einzugehen, deren Gefühle und Bedürfnisse zu erkennen und zu respektieren. Höflichkeit, Rücksichtnahmen und Taktgefühl erlernt man jedoch nicht erst als Erwachsener, sondern schon im Kindesalter.Kinder merken sich ganz genau, wie sich ihre Eltern benehmen, ob diese grüßen, um etwas bitten oder sich bedanken, wie diese über Nachbarn und Freunde reden und denken und wie sie sich gegenüber Schwächeren oder Andersdenkenden verhalten.
Wie soll man z.B. den Kindern eine Form der Höflichkeit und des Taktgefühls vermitteln, wenn man als Erwachsener nicht einmal in der Lage ist, sich zu entschuldigen. Man sollte sich dann nicht wundern, wenn man zu der Erkenntnis kommt, dass sich die Jugendlichen unseretwegen schämen müssen! Aber die Erkenntnis meines Ratskollegen über einen Zustand, der nicht in Ordnung ist, ist ja schon ein guter Ansatz, denn "Aller Anfang ist schwer".
Wilfried Janssen



















